
Von der Idee bis zur Skalierung auf neue Märkte: neue staatliche Maßnahmen zur Unterstützung der Entwicklung von Start-ups
Am 11. Februar erließ der Präsident der Republik Usbekistan die Resolution Nr. PP-59 mit dem Titel "Über Maßnahmen zur Umsetzung eines umfassenden Ökosystems zur Unterstützung von Start-ups". In diesem Dokument wird ein strukturierter Rahmen für die Entwicklung von Start-ups - von der Konzeption bis zum internationalen Wachstum - festgelegt, wodurch dieser Weg klarer und berechenbarer wird.
Bis zum Jahr 2030 will Usbekistan sein technologisches Unternehmertum auf ein neues Niveau heben. Das Land beabsichtigt, etwa 5.000 aktive Start-ups zu unterstützen und mindestens 2 Milliarden Dollar an Risikokapitalinvestitionen anzuziehen - Mittel, die das Wachstum und die Expansion von Unternehmen über den lokalen Markt hinaus erleichtern.
Für die Ansiedlung von soliden Technologieunternehmen wird ein klarer Maßstab gesetzt: 500 Neugründungen mit einem Wert von über 1 Million Dollar, 100 mit einem Wert von über 10 Millionen Dollar und mindestens 25 mit einem Wert von über 100 Millionen Dollar. Gleichzeitig wird mit der Schaffung von über 20.000 Arbeitsplätzen gerechnet, und es wird erwartet, dass mindestens 400 Projekte auf internationale Märkte vordringen werden.
Das Programm ist in vier Phasen unterteilt, die jeweils auf eine bestimmte Phase der Unternehmensgründung ausgerichtet und mit gezielten Unterstützungsmechanismen ausgestattet sind.
Phase Eins - Ideenfindung
Die Reise beginnt mit einer Person, die eine Produktidee hat, aber nicht weiß, wie sie diese validieren oder wohin sie sie bringen soll. Daher beginnt das Programm nicht mit Geldmitteln oder Investitionen, sondern mit der Schaffung eines unterstützenden Umfelds.
Ab dem akademischen Jahr 2026-2027 werden Schulen, Hochschulen und technische Institute mindestens zweimal im Monat ein regelmäßiges "Skills and Business Hour"-Format einführen. In diesen Sitzungen werden die Teilnehmer über unternehmerisches Denken, die Phasen der Entwicklung einer tragfähigen Gründungsidee und den Prozess ihrer Umsetzung in ein Projekt unterrichtet.
Der nächste Schritt ist der Wettbewerb "Beste Startup-Idee". Die Gewinner auf Bezirksebene erhalten bis zu 5 Millionen UZS, während die regionalen Gewinner mit bis zu 10 Millionen UZS ausgezeichnet werden. Die Projekte werden von der Agentur für Jugendangelegenheiten und dem IT-Park Usbekistan betreut, um sicherzustellen, dass die Ideen sowohl Anleitung als auch eine Anfangsfinanzierung erhalten.
Gleichzeitig wird ein nationaler Wettbewerb mit dem Titel "Innovativste Idee" an öffentlichen Universitäten gestartet. Den Gewinnern winken 100 Millionen UZS. Die nationale Phase wird 10 Bereiche umfassen und mit einem Gesamtpreisgeld von 10 Milliarden UZS ausgestattet sein, das vom Fonds für die Finanzierung von Wissenschaft und die Förderung von Innovationen bereitgestellt wird.
Dieser Rahmen umfasst auch einen Crowdsourcing-Mechanismus auf der Plattform Startup Base. Regierungsbehörden werden reale Herausforderungen präsentieren und offene Wettbewerbe durchführen, während die Beschaffung von effektiven Lösungen ebenfalls über die Plattform erfolgen wird.
Startups können von Anfang an direkt auf spezifische Marktbedürfnisse eingehen.
Wenn ein Projekt sein Potenzial bei Ideathons oder Hackathons unter Beweis stellt, können staatlich unterstützte Risikofonds wandelbare Darlehen von bis zu 20 000 Dollar anbieten, sofern das Team an Inkubations- oder Beschleunigungsprogrammen teilnimmt.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Initiative "Digital Startups" Zuschüsse von bis zu 10.000 Dollar für digitale Projekte gewährt. An diesem Punkt erhält die Idee nicht nur Anerkennung, sondern auch Ressourcen, um die Entwicklung voranzutreiben.
Phase zwei - Produktentwicklung
Sobald das Konzept feststeht und das Team bereit ist, mit der Entwicklung fortzufahren, ist die nächste Überlegung, wo das Produkt hergestellt werden soll.
Ab 2027 werden Forschungs- und Entwicklungszentren mit Labors, 3D-Druckern, digitaler Infrastruktur, Coworking Spaces, Rechtsberatung und Testeinrichtungen eingerichtet. Diese Zentren werden Umgebungen für Entwicklung und Tests bieten.
Es wird ein F&E-Gutscheinsystem eingeführt: Die Regierung wird bis zu 50 % der Ausgaben für die Entwicklung und Erprobung von MVP bezuschussen, mit einer Obergrenze von 50.000 $ pro Projekt. Die Unterstützung wird jährlich an eine ausgewählte Anzahl vielversprechender Start-ups vergeben, um eine hohe Qualität zu gewährleisten.
Ab dem 1. September 2026 wird das Programm "Universitäten als Startup-Generatoren" starten. Universitäten werden Inkubatoren und Studentenbeschleuniger einrichten, Praktikums- und internationale Austauschprogramme starten und dürfen bis zu 20.000 Dollar in studentische und forschungsgetriebene Startups investieren.
Darüber hinaus wird ab 2026 der Wettbewerb "Junge Unternehmer" stattfinden. Damit können bis zu 100 Projekte Investitionen von jeweils bis zu 1 Milliarde UZS erhalten. Die Ausgaben für Marketing und Werbung werden finanziert, und die Gewinner können für staatliche Auszeichnungen nominiert werden, darunter "Faol tadbirkor" und "Uzbekiston belgisi". Diese Phase bedeutet den Übergang vom Prototyp zum marktreifen Produkt.
Dritte Phase - Markteinführung und erste Verkäufe
Wenn ein Startup ein fertiges Produkt oder MVP hat, beginnt eine neue Phase. In der Entwicklungsphase lag der Schwerpunkt auf der Erstellung und Erprobung der Technologie. Mit dem Markteintritt ergeben sich operative Herausforderungen: Unternehmensregistrierung, Wahl eines Steuermodells, Buchhaltung, Verträge, Einstellung von Mitarbeitern und Kontaktaufnahme mit den ersten Kunden.
Bei vielen Projekten kommt es in dieser Phase zu Verzögerungen. Um diesen Risiken zu begegnen, führt die Regierung zusätzliche Mechanismen ein, um Startup-Teams bei der Produktentwicklung und -vermarktung zu unterstützen.
Ab dem 1. April 2026 erhalten die Teilnehmer des Programms "Digitale Startups" automatisch den Status eines Residenten im IT-Park Usbekistan, ohne dass Mindestanforderungen für den Export erfüllt werden müssen. Diese Änderung ermöglicht den Zugang zu einem vereinfachten Steuersystem und bestehenden Vergünstigungen, ohne dass der Nachweis von Exporteinnahmen erforderlich ist.
Über die einheitliche elektronische Plattform startupbase.uz können die Teilnehmer bis zu 50 % der Kosten im Zusammenhang mit internationalen Beschleunigern, Schulungen und Zertifizierungen erstattet bekommen, wobei der Höchstbetrag bei 20.000 US-Dollar liegt. Darüber hinaus werden auch die Kosten für die Anmeldung von Patenten und geistigem Eigentum übernommen, was für den Eintritt in wettbewerbsfähige Märkte unerlässlich ist.
Der Preisfonds für den President Tech Award soll von 1 Million Dollar auf 5 Millionen Dollar aufgestockt werden, wobei zusätzliche Mittel als Investitionen zur Förderung des Unternehmenswachstums bereitgestellt werden.
Ein neuer internationaler Wettbewerb mit dem Titel "Land of Startups", der mit 5 Millionen Dollar dotiert ist, wird ebenfalls eingeführt. Diese Initiative zielt darauf ab, ausländische Start-ups und Gründer für die Ansiedlung und Entwicklung ihrer Projekte in Usbekistan zu gewinnen.
Die Liquidität stellt in der Startphase eine weitere Herausforderung dar. Selbst wenn ein Vertrag unterzeichnet ist, verzögern sich die Zahlungen häufig um mehrere Monate. Nach den neuen Vorschriften haben Projekte, die im Register erfolgreicher Startups auf startupbase.uz aufgeführt sind, Anspruch auf Vorauszahlungen bei öffentlichen Aufträgen: 50 % für Verträge bis zu 500 Millionen UZS und 30 % für größere Verträge.
Auch die Infrastruktur für Startups wird verbessert. Für Startup-Studios, Inkubatoren und Beschleunigungszentren werden zinslose Darlehen von bis zu 5 Milliarden UZS für eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren zur Verfügung stehen. In verschiedenen Regionen werden Startup-Clubs eingerichtet, die monatliche Treffen veranstalten, bei denen die Teams Beratung und Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit staatlichen Stellen erhalten können. Darüber hinaus wird die jährliche Ausstellung "Startup Expo" eine wichtige Gelegenheit zur Vernetzung mit Investoren, Fonds und großen Unternehmen bieten.
In dieser Phase geht das Unternehmen in den vollen kommerziellen Betrieb über. Das Programm legt den Schwerpunkt auf die Minimierung operativer Risiken und die Förderung der Bedingungen für einen nachhaltigen frühen Verkauf.
Vierte Phase - Skalierung und internationale Expansion
Zu diesem Zeitpunkt hat das Start-up seine schwierigste Phase hinter sich gebracht: Die Idee wurde validiert, das Produkt entwickelt und die ersten Verkäufe getätigt. Das Unternehmen hat eine klare Vorstellung von seiner Wirtschaftlichkeit, verfügt über Kunden, ein Team und Einnahmen. Die strategische Überlegung geht nun dahin, ob es auf dem heimischen Markt skalieren oder international expandieren soll.
Für viele Technologie-Startups ist der Eintritt in internationale Märkte nicht nur ein Ziel, sondern eine Notwendigkeit.
Der heimische Markt ist begrenzt; um die Einnahmen zu steigern und umfangreiche Investitionen anzuziehen, müssen Unternehmen ausländische Rechtspersönlichkeiten gründen, internationale Verträge abschließen und geistiges Eigentum in verschiedenen Rechtsordnungen registrieren lassen.
Folglich kommen in der Skalierungsphase zusätzliche Mechanismen ins Spiel: Start-ups, die im Register erfolgreicher Projekte auf startupbase.uz aufgeführt sind und keine Steuerschulden haben, dürfen jährlich bis zu 500.000 USD auf ausländische Konten überweisen, ohne dass eine gesonderte Genehmigung erforderlich ist.
Zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen
Zusätzlich zu den direkten Unterstützungsinstrumenten für Startups umfasst das Programm Initiativen, die das breitere Ökosystem fördern.
Ab dem 1. April 2026 können Wagniskapitalfonds unabhängig von ihrem Registrierungsort oder ihrer physischen Präsenz den Status eines Ansässigen im IT-Park erwerben. Zuvor war die Ansässigkeit auf Unternehmen beschränkt, die im IT-Park oder seinen Niederlassungen ansässig waren.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Crowdfunding. Ziel ist es, klare Vorschriften zu erlassen, die das Crowdfunding, seine verschiedenen Modelle sowie die Rechte und Pflichten sowohl der Plattformen als auch der Teilnehmer regeln. Dies wird es Start-ups ermöglichen, sich auf legale Weise über digitale Plattformen zu finanzieren, auf denen Einzelpersonen gemeinsam Projekte finanzieren, und so eine zusätzliche Quelle für Frühphasen-Kapital schaffen.
Außerdem wird ein Finanz- und Rechtsberatungsdienst eingeführt. Nach ihrer Registrierung auf startupbase.uz erhalten Start-ups 12 Monate lang kostenlose Unterstützung bei der Unternehmensstrukturierung, bei Steuermodellen, internationalen Verträgen und der Registrierung von geistigem Eigentum im Ausland. Diese Initiative zielt darauf ab, das Risiko teurer rechtlicher Fehler in kritischen Phasen zu vermindern.
Die Plattform Startup Base wird ein Register erfolgreicher Startups führen. Die Aufnahme in dieses Register dient als formale Anerkennung des Status eines Unternehmens und ermöglicht den Zugang zu einer Vielzahl von Unterstützungsinstrumenten.
Geplant ist auch die Entwicklung eines speziellen Rechtsrahmens für Startups. Dies beinhaltet die Prüfung international bewährter Verfahren, die Ermöglichung offener Diskussionen mit den Teilnehmern des Ökosystems und die Ausarbeitung von Rechtsvorschriften, die die Rechte und Pflichten der Beteiligten, die Rolle der staatlichen Stellen und die Unterstützungsmechanismen klären werden.
Zusammengenommen stärken diese Initiativen das Ökosystem auf einer systemischen Ebene: Sie erschließen neue Finanzierungsquellen, ziehen internationale Projekte an und schaffen nachhaltige Mechanismen für den Technologiesektor.
Quelle: www.outsource.gov.uz