
Von Jizzakh zu Cisco: Wie Sarvinoz Bultakova eine Karriere in einem globalen IT-Unternehmen machte
Sarvinoz Bultakova, die ursprünglich aus Jizzakh stammt, hat ihre Ausbildung in Usbekistan, China und Polen absolviert und ist derzeit als beratende Ingenieurin bei dem globalen Technologieunternehmen Cisco beschäftigt. In einem Gespräch mit IT Park Uzbekistan und The Tech erzählte sie von ihrem Weg in die Netzwerktechnik, von ihren Erfahrungen beim Aufbau einer Karriere in einem internationalen Unternehmen, wobei sie ihren Zielen und ihrer Herkunft treu blieb, sowie von ihren Ansichten über die Zusammenarbeit in einem multikulturellen Team, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Zukunft der IT in Usbekistan.
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Ich bin in Jizzakh, Usbekistan, geboren und aufgewachsen. Schon in jungen Jahren wollte ich im Ausland studieren und entwickelte ein starkes Interesse an Technologie - ich war immer begierig zu verstehen, wie das Internet funktioniert und wie Anwendungen entwickelt werden.
Mein Bildungsweg begann an der nach A. S. Puschkin benannten Schule Nr. 1 in Jizzakh, gefolgt von meinem Abschluss an einem örtlichen College. Mit 19 Jahren schrieb ich mich am Changzhou Institute of Mechatronic Technology in China ein, wo ich ein Ingenieurstudium absolvierte. Im ersten Jahr lernte ich die chinesische Sprache im Rahmen eines englischsprachigen Programms und erwarb das HSK-4-Zertifikat (die offizielle chinesische Sprachprüfung, vergleichbar mit dem IELTS). Vor meiner Reise nach China hatte ich bereits eine IELTS-Punktzahl von 7,0 erreicht, was mir das Vertrauen gab, im Ausland zu studieren.
Als die COVID-19-Pandemie ausbrach, kehrte ich nach Usbekistan zurück. Sechs Monate später bewarb ich mich für ein Weiterbildungsstudium in Polen. Ich wählte die Vincent Pol Universität nicht nur wegen ihres ausgezeichneten akademischen Rufs, sondern auch, weil Polen als eines der sichersten und erschwinglichsten Länder in der Europäischen Union für internationale Studierende bekannt ist. Alle Kurse wurden in englischer Sprache angeboten, und ich schloss mein Studium erfolgreich mit einem Abschluss in Business Management ab.
Während meines Studiums in Polen stieß ich auch auf zusätzliche Kurse in Netzwerktechnik, die meine Begeisterung für IT neu entfachten. In dieser Zeit gewann ich ein tieferes Verständnis dafür, wie das Internet funktioniert, und erkannte, dass Technik nicht nur ein Hobby ist, sondern ein Beruf, den ich ausüben möchte.
Über meinen beruflichen Werdegang
Während meines Studiums begann ich, praktische Berufserfahrung zu sammeln. Mein erster Job war eine Teilzeitstelle bei McDonald's, wo ich lernte, effektiv im Team zu arbeiten, mit anderen zu kommunizieren und meine Zeit effizient einzuteilen.
Diese Erfahrung ermöglichte es mir, berufliche Disziplin zu kultivieren und die Bedeutung der Kundenbindung zu erkennen.
Gleichzeitig war ich als freiberuflicher Ingenieur im Außendienst tätig und setzte mein technisches Fachwissen in praktischen Projekten ein. Diese Tätigkeit ermöglichte es mir, meine technischen und analytischen Fähigkeiten zu verbessern, reale Herausforderungen zu bewältigen und Vertrauen in die IT- und Ingenieurbranche zu gewinnen.
Nach meinem Abschluss bot sich mir die Möglichkeit eines einjährigen Praktikums bei Cisco, was einen entscheidenden Wendepunkt in meiner Karriere darstellte.
Während des Praktikums sammelte ich praktische Erfahrungen in IT- und Netzwerktechnologien und erwarb erfolgreich die CCNA-Zertifizierung (Cisco Certified Network Associate).
Nach Abschluss des Praktikums wurde mir eine feste Stelle angeboten. Seitdem habe ich mein Wissen weiter vertieft und unter anderem auf die CCNP-SP Core (Cisco Certified Network Professional - Service Provider Core) Zertifizierung hingearbeitet. Diese Reise hat mein Wachstum innerhalb des Unternehmens erleichtert und meine technischen Fähigkeiten verbessert. In der heutigen schnelllebigen technologischen Umgebung, in der die Innovation ständig voranschreitet, ist eine kontinuierliche Weiterbildung für die Aufrechterhaltung der Kompetenz unerlässlich. Bei Cisco fühlt man sich wie von einem Ozean umgeben - voll von endlosem Wissen und Möglichkeiten, wobei Lernen ein kontinuierlicher Prozess ist.
Derzeit bin ich als beratender Ingenieur bei Cisco tätig. Zu meinen Aufgaben gehören die Entwicklung von Kundeninfrastrukturen und -lösungen, die Bereitstellung von technischen Beratungsdiensten und die Beratung von Kunden bei der Auswahl und Implementierung der besten Technologien für ihre Geschäftsexpansion.
Um eine Stelle bei Cisco zu bekommen, musste ich einen anspruchsvollen fünfstufigen Einstellungsprozess durchlaufen, der eine technische Bewertung, eine Kommunikationsbewertung, eine Präsentation, ein Personalgespräch und eine endgültige Zusage umfasste. In jeder Phase wurden unterschiedliche Fähigkeiten bewertet - von technischen Kenntnissen bis hin zu Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten. Mein Erfolg beruhte auf unermüdlicher Selbstverbesserung und Entschlossenheit.
Die Arbeit bei Cisco bietet eine Fülle von Möglichkeiten: Ich bin an internationalen Projekten beteiligt, reise viel durch die EU-Länder, tausche mein Wissen mit Kollegen auf der ganzen Welt aus und baue mir eine nachhaltige Karriere im Technologiebereich auf. Seit dem Ausbruch der Pandemie hat sich das Unternehmen auf flexiblere Arbeitsregelungen eingestellt: In der Regel arbeite ich an zwei bis drei Tagen in der Woche aus der Ferne, wodurch ich mir den Arbeitsweg sparen und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit meinem Team aufrechterhalten kann.
Bezüglich der Arbeit im Ausland
In meinem Team herrscht ein starkes Gefühl der Zusammenarbeit und nicht des Wettbewerbs.
Die Zugehörigkeit zu einem globalen Unternehmen wie Cisco führt zu weniger internem Wettbewerb und zu einer stärkeren Konzentration auf Lernen und Entwicklung. Je mehr Wissen und Fähigkeiten man erwirbt, desto mehr Möglichkeiten stehen einem zur Verfügung. Bei Cisco werden die Technologien ständig weiterentwickelt, wodurch sich neue Möglichkeiten für die berufliche Weiterentwicklung ergeben.
Die Arbeitsplatzkultur ist einladend, und jeder Beitrag wird geschätzt - kleine Erfolge werden sowohl von Kollegen als auch vom Management anerkannt. Wir arbeiten als globales Team, und solange Sie Ergebnisse liefern, gibt es keine Bedenken.
In internationalen Unternehmen wie Cisco werden die folgenden Eigenschaften sehr geschätzt:
Umgekehrt können lokale Unternehmen aufgrund von Sprachbarrieren vor Herausforderungen stehen. In Polen beispielsweise sind für viele Stellenausschreibungen Polnischkenntnisse erforderlich, was eine effektive Kommunikation erschweren kann.
Die Gehälter in multinationalen Unternehmen hängen von der Erfahrung, der Qualifikation und dem Land des Wohnsitzes ab. Da ich in Polen wohne, unterliegt mein Verdienst den polnischen Vorschriften; internationale Unternehmen bieten jedoch in der Regel wettbewerbsfähige Gehaltspakete zusammen mit zusätzlichen Vergünstigungen wie Krankenversicherung, einer Multisportkarte und einem jährlichen leistungsbezogenen Bonus. Im Durchschnitt verdient ein Ingenieur in einem internationalen Unternehmen etwa 62.000 USD pro Jahr.
Insgesamt genieße ich das Leben und Arbeiten in Polen sehr. Meine Arbeitszeiten sind von 9:00 bis 17:00 Uhr, danach versuche ich, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Ich treffe mich häufig mit Freunden, um Wissen auszutauschen, Sprachen zu üben und Erfahrungen zu teilen. Ich nehme mir auch Zeit für körperliche Aktivitäten - Fitness, Yoga, Schwimmen und Pilates - und trainiere etwa viermal pro Woche, in der Regel zwischen 7 und 8 Uhr morgens.
Cisco stellt außerdem jedes Jahr 10 bezahlte Tage für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Dieses Programm, bekannt als Time to Give (T2G), ermöglicht es den Mitarbeitern, Termine und Orte für sinnvolle Aktivitäten zu wählen. Während dieser Zeit erhalten wir in der Regel E-Mails mit Details zu verschiedenen Freiwilligenangeboten, an denen wir teilnehmen können. An den T2G-Tagen versammeln wir uns frühmorgens, etwa zwischen 7 und 8 Uhr, um an gemeinnützigen Projekten teilzunehmen, wie z. B. Gartenarbeit, Hilfe für ältere Menschen oder das Verpacken und Ausliefern von Lebensmitteln an Bedürftige. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, so dass jeder eine Initiative auswählen kann, die ihn persönlich anspricht.
Über Entwicklung in Usbekistan
In Usbekistan entstehen derzeit solide Unternehmen und innovative Projekte, die Fachkräften die Möglichkeit bieten, zu wachsen und mit internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten.
Derzeit bauen zahlreiche junge IT-Fachleute in Usbekistan erfolgreiche Karrieren auf. Die Regierung setzt sich für Chancengleichheit ein und fördert aktiv das Wachstum des IT-Sektors.
In den letzten Jahren hat die IT-Branche in Usbekistan ein beträchtliches Wachstum erfahren. Die Zahl der Start-ups, Technologieparks, Bildungseinrichtungen und Akzeleratoren ist erheblich gestiegen. Junge Experten setzen sich zunehmend mit neuen Technologien auseinander und verbessern ihre Fremdsprachenkenntnisse.
Usbekistan gehört zu den am schnellsten wachsenden Ländern in der Region. Um beruflich voranzukommen, ist ein Umzug ins Ausland nicht mehr unbedingt notwendig. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren gehören:
Über Zukunftspläne
Ich plane, meine Karriere bei Cisco voranzutreiben und strebe an, einer der führenden Ingenieure in meinem Bereich zu werden. Mein oberstes Ziel ist es, den Titel eines Distinguished Engineer zu erlangen - die höchste Auszeichnung, die ein Ingenieur erreichen kann. Ich habe mich diesem Ziel verschrieben und verpflichte mich zu kontinuierlicher Weiterbildung, beruflichem Wachstum und der Verbesserung meiner technischen Fähigkeiten.
In Zukunft möchte ich mein eigenes IT-Projekt in Usbekistan starten, um zur Entwicklung der nationalen Industrie beizutragen.
Meine Vision ist es, ein multinationales Technologieunternehmen zu gründen, das Netzwerk- und Telekommunikationsausrüstungen sowie fortschrittliche IT-Lösungen entwickelt, herstellt und vertreibt. Mein Ziel ist es, Organisationen und Einzelpersonen weltweit bei der Verbindung von Geräten, Daten und Menschen zu unterstützen und einen sicheren und zuverlässigen Netzwerkbetrieb zu gewährleisten.
Ratschläge für junge IT-Fachleute
Junge IT-Spezialisten sollten ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern, ihre technischen und kommunikativen Fähigkeiten ausbauen, ein solides Portfolio aufbauen, an Open-Source-Projekten mitarbeiten und sich aktiv an der globalen IT-Community beteiligen.
Heutzutage ist es nicht mehr notwendig, ins Ausland zu ziehen, um für ein internationales Unternehmen zu arbeiten - dies kann direkt von Usbekistan aus geschehen.
Quelle: outsource.gov.uz